Das Ende

ENDE DES PFARRKINDERGARTENS (1956-1970)

1957 wurden für den Kindergarten 50 Kindersessel, 25 Liegebetten und Tische angekauft. Einige davon haben bis heute „überlebt“.

Foto: Waltraud Milalkovits

Die anschließenden Jahre wurden sowohl von der Bevölkerung als auch von den Schwestern als erfolgreiche, angenehme, liebenswerte Jahre empfunden.

Schulkinder lernten und vergnügten sich in den angebotenen Heimstunden. Die mittlerweile erwachsen gewordenen ehemaligen Kindergartenmädchen besuchten weiterhin als „Ehemalige“ die Schwestern, um mit ihnen zu plaudern bzw. zu feiern.

Foto: Waltraud Milalkovits 1964
Links: Sr. Elisabeth von Styp
Rechts: Sr. Zacconi

Sr. Juliane Schröer schreibt dazu:
„Der Kontakt mit den Ortsbewohnern war sehr gut und liebevoll. Mit ihren Sorgen und Nöten, aber auch mit ihren Freuden kamen die Leute gerne zu den Schwestern. Viele Festivitäten konnten gemeinsam begangen werden. Obwohl in vielen Haushalten bereits der Fernseher eingezogen war, genossen die „Ehemaligen“ die abendlichen Kartenspiele bei uns.“

Gramatneusiedl war ein aufstrebender Ort. Nur wenige Frauen besuchten noch die Nähschule, sodass Sr. Candida Carnaghi, die Nähschwester, 1966 abgezogen wurde und durch eine Kindergärtnerin (Sr. Margarete Keil) ersetzt wurde.

Foto: Archiv Pfarrer Grausam
Kindergartengruppe 1966
Links: Sr. Juliane Schröer
Rechts: Sr. Dorothea Merkl

Sr. Margarete erinnert sich an das Zusammenhelfen die Versorgung betreffend:

„Von der Landesregierung wurde für jedes Kind eine gewisse Menge an Grundnahrungsmitteln zur Verfügung gestellt. Die benachbarte Hühnerfarm versorgte uns mit günstigen Eiern, Frau Mogeritsch als Chefin der Fleischerei, bot das benötigte Fleisch zu einem Sonderpreis an, Bauern lieferten Kraut und andere selbst erzeugte Produkte. Obst bezogen wir aus dem Pfarrgarten und verschiedenen Gramatneusiedler Gärten. Die Bäckerei gegenüber dem Kindergarten buk unsere selbst hergestellten Bäckereien und Brote.“

Die Provinzoberin Sr. Zacconi schrieb im April 1970 an die Pfarre, dass sie die Schwestern wegen Personalmangel aus Gramatneusiedl abberufen müsse. Eine Intervention der „Ehemaligen“ nützte nichts. Auch der Pfarrkirchenrat bemühte sich, Personal für die Fortsetzung des Kindergartens zu finden, was aber auch nicht erfolgreich war.

Pfarrer Grausam bedankte sich in einem Pfarrblatt aus 1970 für das Wirken der Schwestern.
Er erinnerte dabei „an die Zeiten der Arbeitslosigkeit, die Kriegsjahre, dann an die ausgeplünderte Verwüstung 1945, danach an die „Kälteperiode“ und die mageren Rationen. Freudig und energieausstrahlend waren sie zum Wohl der Jugend bei uns tätig und äußerten dabei nie einen Laut der Klage oder des Missmutes. Wir Gramatneusiedler waren so an die Schwestern gewöhnt, dass sie ganz und gar zu uns gehörten.“

Am 08. September 1970 verließ die letzte Schwester Gramatneusiedl. Damit endete die Ära der Don Bosco Schwestern in unserem Ort.